Landgut La Badia - Bauernhof mit Landhaus und kleiner Kirche -  Montefoscoli Toskana

BAUERNHÄUSER - LANDGÜTER - VILLEN

Schein statt Sein - über die Präsentation italienischer Immobilien.


Ich will niemanden dafür kritisieren, wenn er den Reichtum und die Vielfalt der italienischen Landschaft oder die Schönheit und Solidität der alten Bauernhäuser auf sanft geschwungenen Hügeln verherrlichen will. Italiens Landschaften lassen niemanden ungerührt.

Allerdings empfinde ich einen realitätsfernen und gekünstelten Werbejargon als ungeeignet, die Reize einer Landschaft anzupreisen. Auch der Wert von Häusern ändert sich nicht durch die Anwendung hohler Flosskeln.

 

Dass wir von denen, die sich beruflich mit Beschreibungen von Dingen befassen, Realitätsnähe und Sachlichkeit fordern, ist nicht zuviel verlangt. Zu Hauf finden sich aufgesetzte und unhaltbare Formulierungen auf allerlei Portalen, die uns Italien schmackhaft machen wollen. Doch das, was sich hinter hochtrabenden Beschreibungen verbirgt, ist nicht Italien, nicht seine mediterrane Sinnlichkeit und schon gar nicht seine ländliche Lebensart.

Statt rustikaler Kultur erregt das Himmelsblau eines Pools die ländliche Phantasie des kultivierten Deutschen. Kein Wölkchen darf seinen sonderbaren Italientraum stören. So geraten Landleben und das ehemalige bäuerliche Gut zu Urlaubskitsch.

 

Phrasen wie diese finden sich zu Hauf: "traumhaftes Landhaus in toskanischem Stil in unberührter Natur".

Man benötigt nicht einmal Kenntnisse über Agrarkultur, um zu wissen, dass ein Landhaus in Mittelitalien der Wohnsitz einer Bauernfamilie ist und dazu dient, ein Landgut zu bewirtschaften. Bei einem Landgut in einer über Jahrhunderte kultivierten Agrarlandschaft von unberührter Natur zu sprechen, ist einfach nur dämlich.

Nicht zu überbieten sind allerdings die Werbeprofis eines großen deutschen Reisekonzerns. Diese geben solche Ungereimtheiten sogar von sich, nachdem sie ein riesiges Areal mit zahlreichen Landgütern inmitten der toskanischen Agrarlandschaft in ein Ferienressort mit Megagolfplatz verwandelt haben. Während des Projekts gab es Proteste von Seiten der italienischen Umweltschützer. Die Behörden haben trotz öffentlicher Bedenken, ebenso wie es auch in Deutschland geschieht, zugestimmt, da sie sich von der Präsenz eines großen Ferienareals wirtschaftliches Wachstum erhoffen. Auf der firmeneigenen Webpräsenz wird diese ehemalige zu einem beträchtlichen Teil in einen Vergnügungspark umfunktionierte Landschaft in großen Lettern als unberührte Natur angepriesen.

 

Die Situation bei Hausbeschreibungen ist ebenfalls kritikwürdig, denn beim Gebrauch der Begriffe wird viel Schindluder getrieben. Oft sieht man auf Immobilienportalen Anzeigen, die aus einem Heuspeicher, der in ein Wohnhaus umgewandelt und im Innern mit einer pseudoantiken Einrichtung versehen wurde, eine Villa machen. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Immobilienexperte nicht weiß, was eine Villa bzw. ein Herrenhaus von einem einfachen Wirtschaftsbau oder Bauernhaus unterscheidet.

Stellen Sie sich einmal Ihre Enttäuschung vor, wenn Sie ein Leben lang hart für einen Traum gearbeitet haben, irgendwann ist es soweit, Sie können sich diesen mit Hilfe eines "Experten" erfüllen. Nach wenigen Jahren neuen Glücks im Süden, erfahren Sie aufgrund Ihrer hinzugewonnenen Italienischkenntnisse, dass die Ihnen verkaufte, traditionell sanierte ländliche Residenz früher nichts als ein schäbiges Stallgebäude war. Wäre es da nicht besser, von vornherein zu wissen, dass italienische Handwerker die alten Gemäuer des ehemaligen Stallgebäudes in ein niedliches Landhaus verwandelt haben?

Aber deshalb gibt es casarurale.de, Sie sollen Informationen über Landhäuser erhalten, die Hand und Fuß haben. In einem der Beiträge können Sie lesen, dass die so gern als "typisch toskanisch" angepriesenen Landhäuser eigentlich nicht existieren.

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